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BRITTA REINHARDT – WIE SICH DIE KÜNSTLERIN MIT VIEL FARBE UND INTUITION ZUM ERFOLG MALT

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

Bei der Künstlerin Britta Reinhardt wird alles ganz schnell ganz bunt. Ihre Philosophie: Ihr selbst und anderen Menschen Freude zu bereiten. Das schafft sie mit großformatigen Bildern von Pinguinen und Zebras in knalligen Farben. Wir haben die talentierte Malerin im Zeha Store in Berlin-Kreuzberg getroffen, wo sie die neuen Marathons in leuchtendem Grün anprobiert.

„Ich hab die grünen Schuhe auf Instagram gesehen und sofort gedacht, die muss ich haben“, erzählt Britta über ihr erstes Paar Zeha Sneaker. Die 48-Jährige trägt eine Jeans voller bunter Farbtupfer vom Abstreifen der Pinsel und ist bestens gelaunt. Zwischen der Kleidung zum Malen und für die Freizeit macht sie keinen Unterschied, wie sie erzählt, „Ich muss beim Malen das anziehen, was sich gut anfühlt. Warum dann nicht auch gute Schuhe?“ Entdeckt hat sie Zeha durch den Store in Schöneberg, an dem die gebürtige Rheinländerin jeden Tag vorbeiläuft seit sie 1992 nach Berlin gezogen ist. „Zwei meiner Ex-Freunde waren da Stammkunden und die meinten wirklich, wenn du die anhast willst du die nicht mehr ausziehen.“

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

Von Mosaikarbeiten in Marokko zum Malereistudium in Berlin

Dass Britta Reinhardt heute so große Bilder malt – einige sind bis zu 12 Meter lang – hat auch mit ihrer Zeit in Paris zu tun. Als 16-Jährige machte sie dort ein Praktikum in einem Atelier, dass riesige Kinoplakate anfertigte. Dort wurde ihr klar: „Ich möchte auf jeden Fall malen und groß malen“, erinnert sie sich. Aber auch davor malte sie schon immer gern und liebte es, kreativ zu sein. Alles, was angemalt werden konnte, wurde von ihr angemalt. Direkt nach dem Abitur ging Britta nach Marokko, wo sie durch ihren Vater, der das Land Ende der 70er Jahre mit dem Auto für sich entdeckt hatte, auch in ihrer Kindheit bereits viel Zeit verbrachte.

Die traditionellen Stuck- und Mosaikarbeiten dort faszinierten sie so sehr, dass sie das Handwerk unbedingt lernen wollte. Doch da das traditionell islamische Handwerk eigentlich nicht an Europäer weitergegeben wird, schon gar nicht an eine Frau, wie sie erzählt, musste Britta nach eineinhalb Jahren wieder zurück nach Europa und landete schließlich in Berlin. „Ich hab mich total in Berlin verliebt“, erzählt sie, „Erst habe ich gedacht, ich muss hier etwas Ordentliches, Vernünftiges, Anständiges machen und habe Sozialpädagogik studiert und abgeschlossen.“ Doch der Wunsch zu malen ließ sie nicht los und so bewarb sie sich auch an der Freien Kunsthochschule (die es mittlerweile nicht mehr gibt) und studierte dort schließlich Malerei – der Beginn ihrer Künstlerkarriere.

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

Durch Intuition zum Erfolg

Pinguine sind seit Beginn ihr Hauptmotiv. „Da gibt es eine ganz einfache Geschichte zu“, beginnt Britta. Alles begann damit, dass sie sich im Studium ein Motiv suchen mussten um das Thema „Vom Figürlichen zum Abstrakten“ darzustellen, was ihr nicht so leicht fiel. Ihr Dozent riet ihr letztendlich, „fang einfach an und wenn’s Pinguine sind“ und weil in einem Magazin gerade eine Pinguingruppe auf dem Cover war, stand das Motiv fest. Britta begann mit den Farben zu spielen und immer größere Bilder zu malen. Den Menschen in ihrem Umfeld gefielen die farbenfrohen Bilder so gut, dass sie schon in der Uni einige Werke verkaufte. Zum Unmut der Dozenten. Für die meisten von ihnen war sie immer „zu bunt, zu groß, zu dekorativ“.

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

„Das Schlimme ist, dass ich damals nicht das Selbstbewusstsein hatte. Die haben mich teilweise echt klein gemacht“, erinnert sich Britta, „ich hab mich dann etwas zurückgenommen, aber schnell gemerkt, das bin ich nicht.“ Für sie stand fest: „ je bunter, je größer desto besser“. „Ich mach das, was mir Spaß macht. Ich hatte immer den Mut meiner Intuition zu folgen. Und das ist letztendlich der Erfolg.“ Angebote, Aufträge und Käufer kamen von ganz allein.

Nachdem sie die Bilder für ein Möbelhaus anfertigte und ein zweites anfragte, das aber nicht die gleichen Pinguine bei sich im Store haben wollte, entschloss Britta spontan „Ich kann auch Zebras“ – ihr zweites Hauptmotiv war geboren. Irgendwann begann sie die Pinguine und Zebras mit den Ornamenten aus Marokko zu kombinieren. „Und das ist bis heute so“, erzählt sie, „das klingt vielleicht etwas simpel, aber wenn ich jetzt vor einem Bild stehe das 4 mal 4 Meter groß ist, dann sehe ich keine Zebras mehr, sondern die Flächen. Und manchmal ist es so, dass es ganz figürlich anfängt und dann ganz abstrakt wird. Ich spiele damit.“

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

Jeden Tag zu malen ist für die passionierte Malerin ganz selbstverständlich, so etwas wie kreative Blockaden kennt sie nicht. Wichtig sind ihr nur die Farben. „Ich steh wirklich auf Farbe. Es darf nicht zu beige sein“, sagt sie und lacht. Direkt nach unserem Gespräch geht es für Britta zum Malen nach Neukölln. Hier entsteht in einer riesigen Location die neue Xelor Jazz Bar, für die sie gigantische Bilder kreiert. „Ich hab nie Angst vor großen Leinwänden. Ich freu mich einfach darauf, gleich loszulegen“, erzählt sie, und dass obwohl sie trotz ihrer Höhenangst auf einem 6 Meter hohen Gerüst arbeitet, „aber soll ich mich jetzt verrückt machen?“ fragt sie, bevor sie mit ihren grünen Marathons loszieht.

Britta Reinhardt und Zeha Berlin

Photos by Britta Reinhardt

 

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